Liebe Patientin, lieber Patient!

Obwohl fast eine Million ÖsterreicherInnen regelmäßig an Kopfschmerzen leiden, werden nur wenige von ihnen entsprechend behandelt oder suchen überhaupt ärztliche Hilfe. Vor allem in ländlichen Gebieten wird „Kopfweh" vom Betroffenen selten als Anlass für einen Arztbesuch angesehen. Viele Schmerzgeplagte greifen wahllos zu Tabletten, ohne zu wissen, dass nur eine gezielte Therapie effiziente Linderung bringt. Es ist wichtig, bereits den akuten Kopfschmerz adäquat zu behandeln, um eine Chronifizierung zu verhindern.

Die Diagnose chronischer Kopfschmerz ist angesichts von mehr als 200 verschiedener Formen selbst für den Neurologen schwierig. Nicht selten treten Mischformen auf. Bei einer komplexen Symptomatik benötigt ein Arzt für die Diagnosestellung bis zu 45 Minuten.

Umso wichtiger sind kompetente Informationen für Betroffene. Die nunmehr seit drei Jahren in Österreich bestehende einmalige Selbsthilfegruppe ist ein wichtiger Meilenstein in einer besseren Aufklärung und Versorgung von kopfschmerzgeplagten PatientInnen. Es wird die Möglichkeit geboten, in Kleingruppen Erfahrungen im Umgang mit Auslösern, Medikamenten und komplementären Behandlungsmethoden auszutauschen. Darüber hinaus werden in regelmäßigen Abständen Vorträge von kompetenten ÄrztInnen angeboten, in welchen die verschiedenen Facetten der Kopfschmerzformen beleuchtet werden. Ich darf Sie einladen, dieses sicherlich interessante Angebot zu nutzen.

Ihr
Prim. Doz. Dr. Christian Lampl
Abteilung für Allgemeine Neurologie und Schmerzmedizin
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz
Präsident der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft